Kurzdarm und ständig Durchfall

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    • Kurzdarm und ständig Durchfall

      Hallo Zusammen..
      ich bin 40 Jahre alt und habe gleich mehrere Baustellen. Zum einen Eierstockkrebs (seit 2010, aktuell wieder ein Rezidiv mit Chemo) und seit August 2016 ein Kurzdarmsyndrom. Nachdem ich mit einem Darmverschluss letztes Jahr ins KH gekommen bin, wurde mir bei der OP bis auf knapp einen Meter der Dünndarm entfernt. Dickdarm ist zum Teil noch vorhanden. Leider meinte der Chirurg es wohl gut und hat mir kein Stoma angelegt, sodass ich seit fast einem Jahr kaum aus dem Haus kann wegen der ständigen Durchfälle. Ich hab es zunächst mit Lipocol Kautabletten versucht, das ging auch einige Zeit gut, bis ich dann wieder das Gefühl hatte, einen Darmverschluss zu bekommen. Zur Zeit nehme ich "nur" Immodium lingual, um wenigstens nachts etwas Ruhe zu haben. Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht? Hören diese Durchfälle irgendwann einmal auf? Das schlimmste ist das Brennen beim Stuhlgang, wegen des Gallensäureverlustsyndroms schätze ich mal. Wobei das Brennen mal mehr, mal weniger schlimm ist, aber ich könnte jedes Mal an die Decke gehen vor Schmerzen. Somit fällt es auch flach, mal unterwegs auf Toilette zu gehen. Lidocain und Posterisan akut sind mein ständiger Begleiter, helfen aber nicht wirklich. Vielleicht hat ja noch jemand einen Tipp für mich? So kann es doch nicht weiter gehen

      LG Luna
    • Hallo Luna2504,

      deiner Schilderung entnehme ich, dass dir offensichtlich der terminale Teil deines Dünndarmes fehlt.
      Genau dieser ist maßgeblich an den Stoffwechselprozessen beteiligt. So auch, was die Resorption der Gallensäure betrifft.
      Ist diese Funktion gestört, kommt es zwangsläufig zu Fettverdauungsproblemen und natürlich zu häufigen Stuhlpassagen.
      Durchfälle bedeuten auch, dass aggressiver Stuhl den Anus passiert und so die umgebende Haut reizt.
      Alle diese Dinge habe ich kennen gelernt. (Siehe Thema Rückverlagerung)
      Um Gallensäure zu binden gibt es ein Medikament mit dem Wirkstoff Colesteramin.
      Dieses wird unter verschiedenen Namen als Pulver zur Herstellung einer Suspensionslösung angeboten.
      Die Einnahme sollte vor den Hauptmahlzeiten erfolgen. Ich kann darauf nicht verzichten, da sonst der Stuhl dazu neigt, meine Versorgung zu unterwandern.
      Um die Häufigkeit der Stuhlgänge einzudämmen kann ein Medikament, wie von dir genannt, Anwendung finden.
      Ich vermute hier als Wirkstoff Loperamidhydrochlorid. Meine Erfahrung war, dass die Kapseln die Passage ungeöffnet überstehen.
      Wo kein Wirkstoff, da keine Wirkung. Das kann ich heute gut beurteilen, weil viele Präparate in Kapseln (zBspl. Antibiotika) in meinem Stomabeutel landen.
      Um von der hohen Stuhlfrequenz runter zukommen und vor allem eine ruhige Nacht zu haben, hat mir meine Ärztin ein Opiat verordnet.
      Zehn Tropfen am Abend sorgen so für eine entspannte und störungsfreie Nachtruhe ohne Toilettengänge.
      Zu den Wundverhältnissen und den von dir beschriebenen Brennen ist mir aus der kurzen Zeit der Rückverlagerung in Erinnerung,
      dass ich irgendwann damit anfing, auf Toilettenpapier zu verzichten. Dank der baulichen Gegebenheiten der Sanitärinstallation war ich in der glücklichen Lage,
      wohltuendes Nass für die Reinigung zu nutzen. Nach dem Trocknen habe ich mit einer Wund- und Heilsalbe die wunden Areale behandelt.
      Zu empfehlen ist hier auch eine Salbe mit anästhesierender Wirkung.
      Mein Tipp: Schau einfach mal in die Themen "Rückverlagerung" und "Stomakomplikationen". Ich denke, dass du da auch fündig wirst und weitere Antworten findest.
      Ansonsten stelle deine weiteren Fragen an dieser Stelle in der Hoffnung, dass sich viele Wortmeldungen ergeben.
      LG. Rotfuchs
      Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück erfüllen, auch sich. Das ist gut.
      (Bertholt Brecht/1898-1956/deutscher Dramatiker und Lyriker)