Mein Körper gehört mir - die Krankheit mit allen Folgen akzeptieren

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    • Mein Körper gehört mir - die Krankheit mit allen Folgen akzeptieren

      Hallo,

      ich habe mich in diesen Forum angemeldet weil ich gerne Austausch mit anderen betroffenen Personen suche die die gleiche Einstellung wie ich haben. Viele Personen gehen der Weg der Therapie, der "Heilung". Der Operationen, der Vor und Nachsorge. Es gibt aber auch eine Randgruppierung wie mich, die sich bewusst dafür entscheiden, seinem Schicksal sich zu fügen. Die jeden Tag ohne Krankenhaus, Therapien, Operationen oder Ärzten versuchen bestmöglichst für sich selbst zu genießen.
      Ich mag mir nicht präventiv den Dickdarm entnehmen lassen, ein Stoma setzen lassen oder mich durch Chemo oder Bestrahlungen auseinander zu setzen.

      Ich bin geboren mit einem Gendefekt, der mit ziemlich wahrscheinlicher Sicherheit mein Ende bedeuten wird. Das ist mein Schicksal, ich nehme es an. Ich möchte hier niemanden empfehlen oder gar ausreden den anderen Weg zu gehen und nehme es auch hin wenn ich als Lebensmüde oder Feigling abgestempelt werde. Aber ich weiß es gibt noch neben mir andere Menschen, die einer Diagnose Krebs sich bewusst mit allen Konsequenzen hingeben und das Leben so gut wie es geht bis zum Endstadium auskosten möchten (auch wenn dies natürlich mit einer viel geringeren Lebenserwartung ein hergeht)

      Vielleicht ist ja noch jemand von meiner Sorte hier, oder kann mir einen Tipp geben wo man unter Gleichgesinnten ist?

      lg
    • Hallo Herzstaub,


      ich stelle mir das jetzt nicht so leicht vor, die Krankheit mit allen Folgen zu akzeptieren...

      Aber wie du das so schreibst, bist du dir im Klaren.


      Welchen Gendefekt hast du?


      Ich hoffe du findest hier im Forum Gleichgesinnte..

      Liebe Grüße Lilie
      Ich bin Teil des Moderatorenteams. Du erkennst uns an der blauen ILCO-Blume. Wenn du Fragen zum Forum hast oder Hilfe brauchst, wende Dich an einen von uns.
      Liebe Grüße Lilie :)
    • Guten Abend Herzstaub,
      ich bin auch gegen Leben um jeden Preis und Kampf gegen Windmühlen!!! Gehe davon aus, dass Dir eine Therapie nicht mehr wirklich weiter hilft sondern nur eine kurzzeitige, lebensverlängernde
      Maßnahme bedeutet... und du daher dein Schicksal akzeptierst und bedingungslos hin nimmst. Das erfordert sehr viel Stärke!
      Ich wünsche dir alles Liebe&Gute und eine gute Reise.
      Gesundheit ist alles! Ohne Gesundheit ist alles Nichts! Namaste :saint:
    • Hallo Herzstaub,

      vielleicht hast du ja die Chance, hier in diesem Forum (oder anderswo) einen Gleichgesinnten zu finden. Ich gehöre zwar auch eher zu den "Bedenkenträgern" und bin nicht mit großem Hallo bei jeder "Vorsorge" dabei ...! Auch meine ich, meinen Körper und seine Signale gut zu kennen - Stichwort "Achtsamkeit" - ohne dauernd in mich hineinzuhören. Mir ist es auch wichtig, eine gewisse Lebensqualität aufrecht zu erhalten - andererseits weiß ich auch aus meinen langjährigen Krankheitsphasen, wie sehr man sich mit schlimmen Zuständen "arrangieren" (oder sogar abfinden) kann ... :( Lebensfreude und Lebensmut liegen vielleicht in meinen Genen, auch genug Humor, um über Einbußen lachen zu können. Über deine Situation kann keiner urteilen, und ich weiß auch nicht, wie ich mich selbst verhalten würde ... ?(

      Hier (und sonst unter meinen "Kollegen") kenne ich niemanden, der einen ähnlichen Weg geht. Ich erinnere mich aber an das Buch von Peter Noll "Diktate über Sterben und Tod". Er war an Blasenkrebs erkrankt und hat sich bewusst gegen eine OP und die Schulmedizin entschieden. In seinem Buch setzt er sich mit dem "Sterbenmüssen" auseinander. Vielleicht interessant für dich!?

      Alles Gute :{ }:
      Ileoptimistin (= Optimistin mit Ileostoma ;) seit über 30 Jahren wegen M. Crohn)
    • Hallo Herzstaub,

      vielen Dank für deinen Beitrag. Und vielen Dank dafür, dass du den von dir eingeschlagenen Weg als den für dich richtigen Weg bezeichnest und ihn nicht verallgemeinerst.
      Da es sich hier um ein öffentliches Forum handelt und es unter den Lesenden viele Betroffene geben wird, die genau vor der gleichen Entscheidung stehen, gestatte mir bitte ein paar allgemeine Anmerkungen ohne gleich in Verdacht zu geraten, dich doch in deiner Entscheidung beeinflussen zu wollen.
      Sich einer regelmäßigen Präventionsmaßnahme hinzugeben, um dadurch eine drohende Darmkrebserkrankung zu vermeiden, oder sie frühzeitig in einem therapierbaren Stadium zu erkennen, bedeutet nicht gleich, dass man dadurch nicht „bestmöglich für sich das Leben genießen“ kann.
      Sich präventiv den Dickdarm entfernen zu lassen und in dessen Folge mit einem Stoma, oder mit einem Pouch zu leben, bedeutet nicht gleich, sein Schicksal nicht annehmen zu wollen.
      Es bedeutet lediglich, sich von einer „abwartenden“ Defensive in eine „verteidigende“ Defensive zu begeben. Der Ausgang bleibt dabei ungewiss. Aber weit mehr als die Hälfte der Betroffenen, die letzteren Weg wählen, leben damit ein langes und glückliches Leben.

      Dir wünsche ich, dass du weitere Betroffene mit deiner Einstellung zum Austausch finden magst. Es ist ja der Grund, warum du hier bist. Damit bist du hier herzlich willkommen. Auch wünsche ich dir, sollte die Erkrankung bei dir im fortgeschrittenen Stadium sein, oder es irgendwann mal sein, dass du Zugang zu den vielfältigen Möglichkeiten der Palliativmedizin findest.

      Alles Gute und liebe Grüße
      Ich wollte mir das nur mal anschauen. Jetzt bin ich mitten drin... :)
    • Ich habe lange überlegt, ob ich mich zu diesem Thema äußern soll. Meine Einstellung ist eine grundlegend andere."Wer aufhört zu kämpfen, hat schon verloren."
      Mir wurde das Leben gegeben, indem ich meine "Mitbewerber" (Spermien in großer Zahl) sozusagen ausgestochen habe. Ein erster Erfolg. War das Schiksal? Ich hatte Hoden-, Blasen- und Prostatakrebs. Schiksal. Wenn es so wäre, dann dürfte mein Sterbejahr auf 1993 datiert werden. OP's, Chemo-und Strahlentherapie waren eine ungeheure Belastung. Auch heute habe ich mit den Folgen zu kämpfen, aber ich lebe und genieße jeden Tag. Das schöne, ichbin nicht allein .Wenn ich die schrecklichen Bilder sehe, die uns täglich über TV erreichen, die ungeheuren Zerstörungen , die vielen Toten und Verletzten, wenn ich das Elend der Flüchtlinge vor Augen habe, die ihr Leben für eine bessere Zukunft auf Spiel setzen, dann wird mir bewußt, dass ich mein Leben nicht aufgeben darf. Dieser Artikel soll keine Wertung sein. Er spiegelt nur meine Empfindung wider. Eine liebe Bekannte ist nach Krebserkrankung verstorben. Bei unserer letzten Begegnung sagte sie, dass sie austherapiert sei. Wenn klar ist, dass alle Möglichkeiten erschöpft sind, dann beginnt die Zeit des Abschieds. Alles Gute
      Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück erfüllen, auch sich. Das ist gut.
      (Bertholt Brecht/1898-1956/deutscher Dramatiker und Lyriker)
    • Hallo Herzstaub,

      auch ich weiß nicht, wie ich mich in einem solchen Fall entscheiden würde. Aber nachdem, was ich selbst schon erlebt habe, glaube ich, dass ich für mich einen anderen Weg gehen würde, einfach weil ich unglaublich am Leben hänge und es für mich so wertvoll ist - auch mit seinen manchmal schwierigen Begleitumständen.

      Wie man aber jetzt schon an den Beiträgen schon sehen kann, ist das wirklich eine ganz persönliche Entscheidung, welchen Weg man geht. Ich meine aber, man sollte einen Weg nicht nur deshalb gehen, weil er der einzige bekannte ist. Wenn man verschiedene Wege kennt und vielleicht auch Menschen mit den unterschiedlichen Wegen, kann man sich bewusst für seinen eigenen Weg entscheiden. Und das erfordert von anderen Respekt vor der Entscheidung.

      Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es für Familie, Freunde ziemlich schwer sein kann, dir auf diesem von dir gewählten Weg zuzusehen und dich dabei zu unterstützen.

      Viel Kraft auf deinem Weg, wie immer er letztlich auch aussehen mag.
      Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin)
      Ileostomie seit "ewigen" Zeiten
    • Eine gute Bekannte von mir bekam vor ca. 30 Jahren die Diagnose Brustkrebs. Ihr wurde dringend zu einer entspr. OP geraten.
      Sie folgte ihrem Bauchgefühl das ihr sagte ,erst mal abwarten....
      Sie lebt heute noch, hat beide Brüste und ist glücklich, dass sie sich damals so entschieden hat.
      Sehr wichtig ist: Immer Zweit - und Drittmeinungen einzuholen.Dann entscheiden.
      Mein Glas ist halb voll...ganz voll muss nicht sein..
      ich bin zwar kein Dichter , aber ich liebe den Reim .