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Angehörige

Begegnungswochenende für Angehörige

Ein neues Angebot der Deutschen ILCO

(Bericht aus der ILCO-PRAXIS 2/18)

Unter dem Titel "Mein Lieblingsmensch hat Krebs" fand vom 23. bis 24. März 2018 zum ersten Mal ein Begegnungswochenende der ILCO für Angehörige statt. Für die Durchführung hatte sich der Bundesverband erfahrene Referentinnen und das organisatorische Know-how der Mildred-Scheel-Akademie in Köln zur Seite geholt.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Seminar - ausschließlich Angehörige - kamen aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Sie sind mehrheitlich selbst schon einige Zeit in der ILCO aktiv und auch ihre direkt betroffenen Partner engagieren sich in der ILCO.

Im Mittelpunkt dieser zwei Tage in Köln standen das Mit(er)leben einer schweren Erkrankung des Partners oder der Partnerin und die damit verbundenen Sorgen und Ängste. Diese Belastungen werden häufig vom Umfeld, aber auch von den Angehörigen selbst nicht ernst genug genommen. Nicht selten sind Angehörige am Rande ihrer Belastbarkeit - und bisher gibt es wenige Angebote für Angehörige, die ihnen die Möglichkeit zum Durchatmen und zu einem Gedankenaustausch mit anderen Angehörigen bieten.

Nachdem in den letzten Jahren bereits im Rahmen von Landesveranstaltungen und auch bei den ILCO-Tagen Angehörige zu ersten Austauschgesprächen zusammen gekommen waren, die von diesen überwiegend als hilfreich und längst überfällig empfunden worden waren, wurde der Wunsch geäußert, diesem Austausch einen größeren Raum und mehr Zeit zu geben. Es sollte nicht nur geredet, sondern konkret etwas für die Angehörigen getan werden.

Unter der Leitung von Kirsten Fey und Nicole Nolden, sie schon seit vielen Jahren Veranstaltungen für Angehörige durchführen, fand somit jetzt beim ersten Begegnungswochenende ein reger Gedankenaustausch statt. Die Zeit verging dank der beiden guten Referentinnen viel zu schnell. So war eine fröhliche und gedeihliche Zusammenarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewährleistet. Es wurde sich über Themen ausgetauscht, für die im Alltag oft kein Platz ist. Diese Themen anzusprechen, dafür fehlt sonst manchmal auch der Mut. So wurde darüber geredet, warum es einem als Angehörigen schwer fallen kann, mit dem erkrankten Partner oder auch innerhalb der Familien oder des Freundeskreises über seine eigenen Belastungen und Empfindungen zu sprechen.

Mit angeleiteten Übungen kamen auch das "Zur-Ruhe-Kommen" und die persönliche Entspannung nicht zu kurz. Alle Teilnehmenden verließen das Treffen mit neuen Erfahrungen und einer positiven Bewertung dieses Begegnungswochenendes. Nun wird sich eine ILCO-Arbeitsgruppe damit beschäftigen, in welcher Form dieser "Modellversuch" wiederholt wird.

Wenn auch Sie einmal an einem solchen Treffen für Angehörige teilnehmen wollen, dann melden Sie sich doch bitte beim Bundesverband Deutsche ILCO, Tel. 0228 338894-50 oder E-Mail info@ilco.de

(Michael Schmidt)