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27.07.2018 13:45

Darmkrebsfrüherkennung: Patientenvertretung fordert Einladung ab 45. Lebensjahr

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Richtlinie zum Organisierten Darmkrebsfrüherkennungsprogramm beschlossen.


Eine Stellungnahme der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zur Richtlinie zum Organisierten Darmkrebsfrüherkennungsprogramm, die von den Patientenvertretern Silvia Kolitsch und Andreas Renner von der Deutschen ILCO mitformuliert wurde:

 

Der G-BA wurde 2013 vom Gesetzgeber beauftragt, innerhalb von drei Jahren das bestehende Krebsfrüherkennungsprogramm für Darmkrebs ab 55 Jahren in ein organisiertes Programm (oKFE) zu überführen. Das heißt u.a., dass Versicherte eine Einladung zur Darmkrebsfrüherkennung einschließlich Informationen über Nutzen und Risiken der Untersuchungen (Stuhltest und Koloskopie) erhalten.

Die Patientenvertretung hat diese Zielsetzungen immer unterstützt und sich in der mittlerweile fünfjährigen Beratung vehement für eine Senkung des Anspruchsalters bei Männern auf 45 Jahre und bei Frauen auf 50 Jahre eingesetzt. Leider vergeblich. Dabei weisen aktuelle Veröffentlichungen darauf hin, dass Darmkrebs häufiger auch bei jüngeren Menschen auftritt. Internationale Fachgesellschaften empfehlen daher die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen deutlich vor dem 50. Lebensjahr. Die Darmkrebsfrüherkennung ist die einzige Krebsfrüherkennungsuntersuchung, bei der mit der Entdeckung und Entfernung von Darmpolypen eine Krebsentstehung sogar verhindert werden kann.

Ebenso forderte die Patientenvertretung eine dritte Koloskopie im Laufe des Lebens für Männer und Frauen sowie zeitlich sinnvolle Intervalle im oKFE.

Eine weitere Forderung war die Aufnahme eines Hinweises auf familiäre Krebserkrankungen im Einladungsschreiben. Hiermit könnten die Anspruchsberechtigten und deren Familien für diese besondere, oft unerkannte tödliche Gefahr sensibilisiert werden. Auch diesem Antrag wurde nicht gefolgt.

Nach Inkrafttreten werden noch weitere sechs Monate vergehen, bis das oKFE für Darmkrebs in der Versorgung auch wirklich Anwendung finden kann. Die ersten Einladungsschreiben mit der Versicherteninformation werden durch die Krankenkassen voraussichtlich erst ab dem 01. Juli 2019 versandt.

Die Patientenvertretung hofft nun, dass zukünftig möglichst viele Menschen von dem oKFE für Darmkrebs profitieren.

 

Sie können die Pressemitteilung auch hier herunterladen.