Welt-Stoma-Tag

 

Welt-Stoma-Tag

 

 

Geschichtliches:


Beim Weltkongress 1991 der Internationalen Stomavereinigung IOA (International Ostomy Association) in Rio de Janeiro wurde auf Anregung des ILCO-Vorsitzenden, Prof. Dr. Gerhard Englert, der WELT-STOMA-TAG eingeführt. Dieser fand seit 1993 alle drei Jahre statt und lenkt einen Tag lang die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema STOMA. In vielen Ländern der Welt haben sich IOA-Mitgliedsverbände immer mit verschiedenen Aktionen beteiligt.
Themen und Ziele
Die Themen des ersten WELT-STOMA-TAGES am 2. Oktober 1993 waren
• Verfügbarkeit von Stomaversorgungsartikeln - ein Grundrecht von Stomaträgern
• Information über das Leben mit dem Stoma: Hoffnung für Stomaträger
Beide Themen weisen auf Grundvoraussetzungen für die Rehabilitation von Stomaträgern hin.
Das Motto des internationalen „World Ostomy Day“ (= Welt-Stoma-Tag) im Jahr 2012 lautet „Let’s be heard“, was soviel bedeutet wie „Wir möchten Gehör finden“.


Stomaträger leben zwar in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Kulturen und haben unterschiedliche Probleme, aber sie alle haben dieselbe Botschaft: "Wir wollen Lebensqualität" – in allen Regionen und allen Ländern der Welt. Deshalb soll mit diesem Welt-Stoma-Tag erreicht werden, Ärzte, Krankenschwestern, Politiker, Krankenkassen, Psychologen und Sozialarbeiter sowie Hersteller von Stomaartikeln für die Probleme der Stomaträger, also für unsere Probleme zu sensibilisieren. Wir sind auf die Unterstützung durch die Fachleute angewiesen. Je besser die Kommunikation gelingt, umso besser wird die Versorgung sein und damit auch die Lebensqualität.


Ganz entscheidend ist natürlich die Qualität der Versorgung mit Stomaartikeln. Einige von uns wissen noch genau, wie unzureichend diese vor vielen Jahren auch bei uns noch war: Die Beutel waren weder geruchsdicht noch hafteten sie sicher auf der Haut. Stattdessen gab es die Pelotten-Versorgung (bestehend aus einem Gürtel mit Andruckring, der einen durch den Ring gezogenen Beutel an den Bauch drückte), die meist nur unter weiter Kleidung einigermaßen zu verbergen war. Berufsausübung oder eine normale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben war vielen Betroffenen alleine auf Grund schlechter Versorgung mit Stomaartikeln nicht mehr möglich, Berentung, Rückzug und Vereinsamung waren häufige Folge.

In den 40 Jahren ihres Bestehens hat die Deutsche ILCO die Entwicklung von Verbesserungen begleitet und dazu beigetragen, dass es heute praktisch jedem Stomaträger in Deutschland möglich ist, individuell optimal passende Hilfsmittel zu finden. Seit vielen Jahren ist sie die maßgebliche Interes¬senvertretung von Menschen mit einem Stoma – einem künstlichen Darmausgang oder einer künstlichen Harnableitung – sowie von Menschen mit Darmkrebs.


Mit der nahezu überall vorhandenen Anleitung im Gebrauch der Hilfsmittel durch Stomatherapeuten sowie mit den vielen Informationen durch Gleichbetroffene zum Leben mit dem Stoma haben die meisten Stomaträger in unserem Land zum Glück die Chance, ein Leben ohne größere Einschränkungen zu führen, also trotz ihrer Behinderung am gesellschaftlichen und beruflichen Leben teilzuhaben, sofern die Grundkrankheit dies zulässt.


Dieses Glück haben Stomaträger in vielen anderen Ländern nicht. Wo Armut bereits die Ausstattung aller Stomaträger mit ausreichenden Versorgungsartikeln einschränkt oder gar unmöglich macht – beispielsweise in vielen Ländern Osteuropas, Asiens, Afrikas und Südamerikas – leben auch heute noch viele Betroffene auf der Welt so ausgegrenzt wie es damals bei uns war. In den Jahren der internationalen Zusammenarbeit von inzwischen über 70 nationalen Stomaorganisationen auf der ganzen Welt hat sich gezeigt, wie wichtig positive Beispiele für diese Länder sind. Denn Länder, in denen Stomaträger gut versorgt sind und „Gehör finden“, geben benachteiligten Ländern einerseits Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie sind außerdem Ansporn, aktiv zu werden und selbst daran mitzuwirken, in ihrem Land bei den entscheidenden Leuten „Gehör zu finden“.


Neben dem Informationsaustausch zwischen den Stomaträgerorganisationen trägt eine internationale „Charta der Rechte von Stomaträgern“ wesentlich dazu bei, Verbesserungen zu erzielen. In dieser Charta ist beschrieben, welche Voraussetzungen nötig sind, damit Stomaträger ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben führen können. Sie bilden die Basis für Argumente gegenüber den Vertretern der Politik, die letztendlich darüber entscheiden, wie gut Stomaträger in ihrem Land versorgt werden.


Aber auch in Deutschland heißt es wachsam sein: Die gute Versorgung, durch die wir heute ein Leben in Würde führen können, ist nicht selbstverständlich. Noch ist die Verfügbarkeit passender Stomaartikel gegeben – und jeder Stomaträger muss die individuell notwendige Versorgung erhalten. Doch sehen wir uns immer wieder mit Richtlinien oder gesetzlichen Änderungen konfrontiert, welche negativen Einfluss auf diese Lebensqualität haben können. Das bedeutet, dass die Aktiven in der ILCO die Entwicklungen ständig im Blick haben müssen, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Die ILCO hat schon oft gezeigt, dass sie in der Lage ist ihre Stimme zu erheben und mit guten Argumenten und ihrer Mitgliederstärke auch das nötige Gehör zu finden – zum Wohl der Stomaträger.

 

Der WELT-STOMA-TAG ist ein internationales Ereignis

Der WELT-STOMA-TAG ist also für die Stomaträger in der ganzen Welt wichtig. Er ist ein internationales Ereignis, bei dem die Deutsche ILCO an diesem 6. Oktober mit Stomaträgern in aller Welt verbunden sein wird. Die internationale Verbundenheit ist das wesentliche Element dieses besonderen Tages.
Das verbindende gemeinsame besondere Lebensschicksal ist der Motor für viele Aktivitäten, die an diesem Tag in der ganzen Welt stattfinden. Gerade durch gegenseitige Information und Unterstützung – über die Ländergrenzen hinweg – soll erreicht werden, dass alle Stomaträger gut versorgt und ohne Diskriminierung leben können. Der WELT-STOMA-TAG weist damit in die Zukunft. In eine Zukunft, die es auch für Stomaträger in aller Welt nur geben kann, wenn Soldarität gelebt wird.

 

 

Welt-Stoma-Tag am 6. Oktober 2012

"Wir möchten Gehör finden“ – unter diesem Motto standen Veranstaltungen in Deutschland und in aller Welt und machen den Welt-Stoma-Tag (World Ostomy Day)  2012 zu einem Ereignis für Stomaträger und Stomaprofessionelle.
Anliegen der alle drei Jahre stattfindenden Welt-Stoma-Tage ist es, auf die besondere Lebenssituation von Stomaträgern aufmerksam zu machen und die internationale Solidarität zwischen Stomaträgern und Stomaprofessionellen zu fördern. Stomaträger leben zwar in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Kulturen und haben unterschiedliche Probleme, aber sie haben dieselbe Botschaft: "Wir wollen Lebensqualität" - in allen Regionen und allen Ländern der Welt. Ziel ist es, Ärzte, Krankenschwestern, Politiker, Krankenkassen und Hersteller von Stomaartikeln für die Probleme der Stomaträger zu sensibilisieren, um Gehör zu finden für ihre Anliegen.
Am Welt-Stoma-Tag 2012 wird auch auf wichtige Grundrechte der Stomaträger hingewiesen, die in einer internationalen Charta beschrieben sind: die Versorgung mit der notwendigen Menge individuell erforderlicher Stomaartikel einschließlich unabhängiger und umfassender Beratung, die Unterstützung durch Gleichbetroffene, der Schutz gegen Diskriminierung.
In den 40 Jahren ihres Bestehens ist die Deutsche ILCO die maßgebliche Interessenvertretung von Menschen mit einem Stoma, einem künstlichen Darmausgang oder einer künstlichen Harnableitung sowie von Menschen mit Darmkrebs.

 

Welt-Stoma-Tag am 3. Oktober 2009

Der Welt-Stoma-Tag findet alle 3 Jahre, jeweils am ersten Samstag im Oktober statt.

Unter dem Motto "Reaching out" - sinngemäß mit "Das Leben bewusst ergreifen" oder auch "Eine helfende Hand reichen" zu übersetzen - wurde 2009 der letzte Welt-Stoma-Tag begangen. Ziel dieses besonderen Tages war es, die Rehabilitation von Stomaträgern zu fördern, indem die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit mit verschiedensten Aktivitäten auf die Bedürfnisse von Stomaträgern und deren Angehörigen gelenkt wurde.

Er war ein internationales Ereignis, bei dem die Deutsche ILCO an diesem 3. Oktober mit Stomaträgern in aller Welt durch eine Kette von Veranstaltungen verbunden war, die alle das Motto "Reaching out" trugen. Die internationale Verbundenheit ist ein wesentliches Element des alle drei Jahre stattfindenden Tages. Aus den Kontakten der Deutschen ILCO mit Stomaorganisationen anderer Länder ist bekannt, dass es in vielen Ländern eine schlechtere, manchmal überhaupt keine Versorgung mit Stomaartikeln gibt. Darüber wurde in der ILCO-PRAXIS häufiger berichtet.

 

Das verbindende gemeinsame besondere Lebensschicksal ist der Motor für viele Aktivitäten. Gerade durch gegenseitige Information und Unterstützung - über die Ländergrenzen hinweg - soll erreicht werden, dass alle Stomaträger gut versorgt und ohne Diskriminierung leben können. Der Welt-Stoma-Tag weist damit in eine bessere Zukunft, die es auch für Stomaträger in aller Welt nur geben kann, wenn Solidarität gelebt wird.

In Deutschland wurden an diesem Tag an vielen Orten Aktivitäten von Leistungserbringern, von Kliniken und natürlich von ILCO-Gruppen organisiert.

 


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