Diese Harnableitungen kommen ohne Stoma aus, da die Harnleiter direkt in den Enddarm eingenäht werden. Bei der Harnleiter-Darm-Implantation (HDI) werden Stuhl und Harn zusammen über den After ausgeschieden. Nachteile sind: Undichtigkeit des Schließmuskels im Schlaf, aufsteigende Infektionen aus dem Darm in die Nieren, Rückresorption von Urin über die Darmwand mit Stoffwechselproblemen.
Eine sogenannte Rektum-Blase, ein echtes Harnreservoir mit Ausscheidung des Urins über den After entsteht, wenn der Enddarm abgetrennt und die Harnleiter in den verschlossenen Rektumstumpf eingenäht werden. Die Stuhlausscheidung erfolgt dann über ein Dickdarmstoma. Dieses Verfahren hat ähnliche Nachteile wie die HDI-Methode. Beide Operationstechniken stammen aus einer Zeit, in der es noch keine optimale Stomaversorgung gab und werden heute in Deutschland nur noch äußerst selten angewandt. Sie kommen eher noch in Ländern zum Einsatz, deren Bevölkerung ein Stoma nicht akzeptiert.