Grundkrankheiten

Sonstige Ursachen für eine Stomaanlage

Beim Kind erfordern angeborene Fehlbildungen des Mastdarmes bzw. des Afters (Atresien, Morbus Hirschsprung) oder der Blase (z.B. Blasenekstrophie) manchmal schon gleich nach der Geburt einen operativen Eingriff mit Stomaanlage. Auch plötzlich auftretende Entzündungen des Darmes (nekrotisierende Enterocolitis), chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Missbildungen (z.B. Spina bifida) oder Verletzungen können bereits im Kindesalter zur - geplanten oder auch notfallmäßigen - Stomaoperation führen.

Bei Erwachsenen kommen als sonstige Ursachen für ein Stoma u.a. schwere Stuhl- oder Harninkontinenz in Frage. Auch neurogene Blasenentleerungsstörungen, Schrumpfblase, Lähmungen, Verletzungen, Strahlenfolgen einer Krebstherapie oder andere seltenere Erkrankungen, die Darm- oder Blasenfunktion nachhaltig stören, können eine Stomaanlage erfordern. Abhängig von den geschädigten bzw. entfernten Organen wird eine Colostomie, Ileostomie oder Urostomie angelegt (Stomaarten). In vielen Fällen, wie z.B. nach Verletzungen von Darm oder After, kann nach erfolgreicher Wiederherstellung der Darmkontinuität bzw. des Verschlussapparates das Stoma wieder zurückverlegt werden.

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