Grundkrankheiten

Familiäre Polyposis

Bei der Familiären Polyposis (Adenomatosis coli), einer meist erbliche Krankheit, bilden sich im Dickdarm zahlreiche Polypen, welche entarten können. Bei Anzeichen einer solchen Entwicklung aber auch prophylaktisch - also möglichst vor der Entstehung von bösartigen Tumoren - wird hierbei fast immer der gesamte Dickdarm - oft schon im jungen Lebensalter - entfernt. Meistens kann der Schließmuskel erhalten und ein ileoanaler Pouch aus Dünndarmteilen konstruiert werden, der die verloren gegangene Speicherfunktion des Dickdarms ersetzt (siehe hierzu auch oben unter Colitis ulcerosa). Die meisten Chirurgen legen in diesem Fall bis zur Ausheilung der Darmnähte vorübergehend ein Stoma an. Ist es nicht möglich, den Schließmuskel zu erhalten, wird eine Ileostomie (Dünndarmstoma) notwendig. Die Anlage einer Kockschen Tasche (s. oben) könnte auch hier eine Lösung sein, die jedoch heute kaum noch in Erwägung gezogen wird.

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