Stellungnahmen

ILCO-Leitlinie "Stationäre Rehabilitation des Stomaträgers"

verabschiedet vom Vorstand der Deutschen ILCO am 25.04.2003

Bauliche und Technische Anforderungen, Material für die pflegerische Versorgung

Aus den besonderen Erfordernissen der stomabedingten Rehabilitation ergeben sich folgende baulichen und technischen Anforderungen an die Patienten- und Beratungs- bzw. Behandlungszimmer sowie an die Materialausstattung für die pflegerische Versorgung:

bauliche Anforderungen

Patientenzimmer

  • Einzelzimmer mit Toilette
  • Ständer oder Haken für Irrigation
  • möglichst Kippspiegel
  • Materialien für die diskrete Entsorgung gebrauchter Versorgungsmaterialie

Beratungszimmer: allgemeine Anforderungen

  • gute Erreichbarkeit, auch für Behinderte
  • ausreichende Raumgröße
  • alle erforderlichen bürotechnischen Hilfsmittel
  • abschließbarer Schreibtisch
  • Sitzgruppe für Gespräche mit Patienten und Angehörigen

Beratungszimmer: spezielle Anforderungen für medizinische und pflegerische Versorgung

  • gute Belüftungsmöglichkeit
  • angemessene Raumtemperatur
  • Behandlungsliege
  • Waschbecken mit großer Ablage
  • Ständer für Irrigation
  • geschlossene Abfalleimer
  • ausreichende Umkleidemöglichkeit (Sichtschutz, ausreichende Ablagemöglichkeit)
  • Toilette
  • separater Raum für Materiallagerung (kühl und trocken)
  • leicht erreichbares Labor
  • Möglichkeit der Dokumentation der verschiedenen Versorgungssysteme

Schwimmbad, für Stomaträger grundsätzlich zugänglich.

Technische Anforderungen

  • bildgebende Verfahren (z. B. Sonographie)
  • endoskopische Einrichtung
  • Einrichtung zum Erlernen und zur Durchführung der Irrigation

Material für die pflegerische Versorgung

Die Versorgung mit Stomaartikeln erfolgt produktneutral. Entsprechend sind in die Vorratshaltung Produkte aller gängigen Hersteller einzubeziehen, um eine individuell angepasste optimale Versorgung zu gewährleisten.

Die Umstellung der Versorgung eines Stomaträgers auf ein anderes System darf nur bei notwendiger medizinisch-versorgungstechnischer Indikation oder auf vertretbarem Patientenwunsch vorgenommen werden.

Beispiele für die Vorratshaltung:

  • Beutelarten (geschlossene Beutel, Ausstreifbeutel, Urostomiebeutel)
  • ein- und zweiteilige Systeme
  • ausreichende Anzahl von verschiedenen Beutelöffnungen oder ausschneidbaren Varianten
  • spezielle Versorgungsmöglichkeiten von Komplikationen (z. B. konvexe Versorgung usw.)
  • spezielles Zubehör (Hautschutzpasten, Gürtel usw.)
  • Material für die Irrigation
  • Hilfsmittel bei Bedarf

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