Stellungnahmen

ILCO-Leitlinie "Stationäre Rehabilitation des Stomaträgers"

verabschiedet vom Vorstand der Deutschen ILCO am 25.04.2003

Anforderungen an den Rehabilitationsablauf

Die Qualität des Rehabilitationsprozesses ist abhängig von

  • Feststellung des objektiven und subjektiven Rehabilitationsbedarfs, d. h. umfassende Information ; rehabilitationsbezogene Diagnostik
  • der bedarfsadaptierten Umsetzung individuell notwendiger Maßnahmen (Vermeidung von Überflüssigem).

Für die Stomaberatung ist bei jeder Rehabilitationsplanung ausreichend Zeit zu berücksichtigen. Die benötigte Beratungsdauer und -frequenz ist der individuellen Problem- und Lebenssituation anzupassen.

Anforderungen an den Rehabilitationsablauf: Information

Voraussetzung für eine erfolgreiche Beratung des Stomaträgers ist die umfassende Information des Beratenden. Hierbei sind grundsätzlich die Schweigepflicht- bzw. die Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten. Neben dem Arztbrief, der Pflegedokumentation und den sozialmedizinischen Informationen haben sich für Mitteilungen über die Stomaanlage spezielle Formulare bewährt, die schnell auszufüllen sind und eine übersichtliche Anordnung der benötigten Informationen erlauben.

An Informationen werden grundsätzlich benötigt:

Allgemeine Informationen

  • Angaben zur Person
  • Diagnose der Grundkrankheit (bei Tumoren TNM-Klassifikation)
  • Operationsmethode bzw. Bericht
  • postoperativer Verlauf
  • perineale und abdominelle Wunde und deren Versorgung
  • Umfang und Ergebnis einer etwaigen Strahlentherapie
  • Form, Umfang und Ergebnis einer etwaigen zytostatischen Therapie
  • Angaben über zusätzliche therapeutische Maßnahmen
  • Ernährungszustand
  • psychische Situation, Krankheitsverarbeitung
  • soziale Belastung (Familie, Umfeld)
  • berufliche Situation, Möglichkeiten der beruflichen Reintegration

Stomabezogene Informationen

  • bisherige Stomafunktion
  • Konsistenz, Frequenz, Menge der Ausscheidung
  • Komplikationen (Besonderheiten der Stomaanlage)
  • bisher benötigte Versorgung (Versorgungssystem, Produktname, Firma, Größe, Bestellnummer)
  • Hilfsmittel (Hautschutzpaste, Gürtel, Entsorgungsbeutel, Klammern etc.)
  • zusätzliche Komplikationen (z. B. Harninkontinenz, Allergien, Fisteln, Simultanerkrankungen)
  • Pflegeanamnese und - planung

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